Trimesterferien auf den Kykladen

Die Nachricht, dass wir nun etwas Kleines, ½ Matthias, ½ Sarah mit uns herumfahren, haut uns ehrlich gesagt erst mal um. So richtig fassen können wir es noch nicht, aber es ist gut zu wissen, dass die emotionalen Eskalationen der letzten Zeit von der Hormonumstellung kommen. Wir freuen uns, sind aber auch irgendwie aufgeregt, weil wir nicht wissen, was da auf uns zukommt.

Eine Naturbucht ohne Namen ist unser Zuhause für die nächste Nacht. Nach dem Essen springen wir noch mal schnell ins Dinghy und fahren zu Linda und Dale auf der MAY DREAM rüber. Die Ablenkung tut ganz gut. So kreisen die Gedanken eher um die zukünftige Route und darum, was man in der Zeit, in der man sich nicht gesehen hat, erlebt hat. „Danke, ich möchte kein Bier – hab mich vorgestern so weggeschossen das ich keinen Alkohol für die nächsten Wochen vertragen kann!“ – Glaubt einem unter Seglern NIEMAND! Außerdem bin ich echt mies im Lügen und stottere die Worte einfach vor mich hin. Linda und Dale zeigen schottische Etiquette und fragen nicht weiter nach. Nach ein paar Stunden sind wir uns alle einig – morgen geht es früh los! Wir wollen auf die Kykladen.

Um halb 6 wachen wir auf. Wir werden vom Sonnenaufgang und einer Delfinmutter mit ihrem Kleinen geweckt, die wir durch unser Schlafzimmerfenster erspähen können. Gerade tapse ich noch halb schlaftrunken nach oben, als Mutter Natur noch eine Überraschung für uns über hat! Eine Mittelmeer-Mönchsrobbe, die sich auf dem Rücken durch die Bucht treiben lässt! In was für einer phantastischen Welt leben wir hier eigentlich?! Während Linda und Dale die Segel hissen schwimmt die Delfinmutter mit ihrem Baby am Bug der MAY DREAM.

ELMO am Morgen

MAY DREAM

ELMO vs. Tanker – ist aber alles gut gegangen ;).

Ormos Kolonas auf Kythnos

40 Seemeilen liegen vor uns. Genug Zeit herauszufinden, was man so macht, wenn man schwanger ist. Eine Insel mit lauter Windrädern zieht an uns vorbei. Einen Frauenarzt sollte man finden, der die Schwangerschaft bestätigt. Ein Tanker kreuzt unseren Weg. Irgendwelche Bluttests soll man machen, die das Schwangerschaftshormon im Blut nachweisen… Google läuft heiß! Aber nach kurzer Zeit finden wir alles, was wir brauchen. Frauenarzt, Mikrobiologiko (ein Labor, denn Blut- und Urintests muss man in Griechenland in einem Labor machen und die geben einem dann wahlweise einen Ausdruck oder schicken dir alles per E-Mail zu – für Reisende auf alle Fälle ziemlich klasse!) und noch viel mehr Informationen, die man anscheinend so braucht. Vorerst können wir aber eh nichts machen, außer abwarten. Also machen wir weiter wie immer nur ohne das Anlegerbier oder den Ankercidre.

Fast allein im Paradies – Ein einzigartiger Strand mit Heisser quelle auf Kythnos!  

Auf Kythnos baden wir in einer heißen Quelle, fliegen ein bisschen mit der Drohne rum und genießen diese verrückte Bucht namens Ormos Kolonas fast für uns ganz alleine. Merichas, ein kleiner verschlafener Ort ist nicht weit entfernt. Am Kopf der Mole machen wir am nächsten Tag fest. Ein Freund ist grad auf Jungs-Törn unterwegs und wir wollen uns nach einer ganzen Weile Nichtsehen hier treffen. Gerade haben wir uns von Linda und Dale verabschiedet, Fischern eine Meeresschnecke abgekauft, damit sie nicht auf dem Tisch landet, schon segelt Flo mit den Jungs in die Bucht hinein. Es tut gut, gewohnte Gesichter zu sehen und es ist verrückt endlich Flo auf ELMO begrüßen zu dürfen, denn er ist mitverantwortlich für viele tolle Segelurlaube in der Vergangenheit, die uns immer mehr und mehr mit dem Segelvirus infizierten. Wir futtern am Abend fast die Taverne leer, machen uns am nächsten Tag nach Ormos Kolonas auf, schnorcheln, paddleboarden und dippen in der heißen Quelle, genießen Gespräche auf deutsch und sind glücklich, die Einzigen zu sein, die in der kleinen Bucht vor der Quelle ankern. Flo unterlässt sogar seine sonst so penetrant frequentierten Fragen ob wir nun auch mal endlich ein Kind machen wollen. Als wir uns verabschieden und die Jungs von dannen tuckern, ruft er es uns dann doch hinterher: „Und macht mal noch ein Bootbaby!“ – Wenn der wüsste! 😉

Bye bye ihr lustigen Schotten! Es war wunderbar mit Euch!!!

Das ist Schorsch! Matthias hat ihn entdeckt, als die Fischer festgemacht haben. Als sie erzählten, dass sie Schorsch essen wollen, haben wir ihnen Schorsch umgehend für 5 € abgekauft. Schorsch soll leben!

Wir haben Schorsch an einem ruhigen Örtchen ausgesetzt, wo ihn kein gefräßiger Fischer findet! So lange bis wir an diesen Ort kommen, lebt er in unserer Pütz (war nicht lange, nur einen Tag).

hallo FLO! Da steht er plötzlich an der Pier!

Lecker Abendessen in der Taverne.

Wellness für die Jungs. Ich hatte mir die Beine rasiert und dieses Wasser aus der Quelle hat wie Hölle gebrannt also habe ich mich fern gehalten.

Phantastisch wenn man solche Orte für sich alleine hat!

Campen mitten in der Pampa.

Matthias wird zum Einhandsegler

So langsam machen sich die Beschwerden bemerkbar, die manche Frauen in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft heimsuchen. Wenn ich nicht gerade den ganzen Tag schlafe, ist mir schlecht. Die Morgenübelkeit hat sich entschlossen den kompletten Tag bei mir zu bleiben. Ich falle als Crew zu 80% aus. Matthias muss sich alleine unterhalten, ELMO alleine durch die Gegend segeln, zum Segel setzen und zum Ankern bin ich aber wach und komme aus meiner Höhle raus. In Agios Ioannis ankern wir in einer phantastischen Bucht. Das Wasser ist glitzeklar, am Berg steht eine kleine weiße Kapelle, die Felsen sind mit grünen Büschen und bunten Blumen bewachsen, Schmetterlinge aller Coleur fliegen durch die Luft und an Land sind nur ein paar verlassene Häuser. Wahnsinnig sind hier die Steine, die einen grünen Schimmer haben und ein bisschen nach Schiefer aussehen. Denn auf Kythnos wird Kupfer abgebaut.

Die Frauenärztin, die die Schwangerschaft bestätigen soll, wird nach Sympathiepunkten ausgewählt, die wir für Namen und ihr Profilbild bei Facebook vergeben. Oh ja – in Griechenland hat fast jeder Arzt ein Facebookprofil. Sie sitzt in Ermoupoli auf Syros. Dort kann man eigentlich in einer verlassenen Marina umsonst liegen aber der Wind steht ungünstig für die Stadt, also entscheiden wir uns ein Auto in Finikas zu mieten. So sieht man was von der Insel, verbindet das Schöne mit dem Nützlichen und kann nebst Frauenarztbesuch noch Sightseeing machen und einmal richtig viel einkaufen. Wir brettern mit dem kleinen Mietwagen quer über die Insel. In der Stadt angekommen, bleibt noch ein bisschen Zeit zum Spazierengehen, nachdem ich mein Blut im Labor gelassen habe. Wir schlendern durch die verlassene Marina, obwohl am Tor steht „Zutritt verboten“ kümmert sich kein Mensch drum. Es wird an Booten gewerkelt, geangelt und in der Sonne abgehangen, Kaffee aus Plastikbechern getrunken und geraucht. Griechenland halt! Die Lampen, Klampen, Ringe, Strom- und Wassersäulen lässt man an den Betonpiers vor sich hingammeln und verrosten. Für Streuner gibt es hier Futter- und Wasserstationen und die Stadt sieht nicht so richtig modern aber auch nicht so richtig alt aus, irgendwie zusammengestückelt. Die Hauptstadt der Kykladen. Im riesigen Hafenbecken vor der Stadt wenden etliche Fähren und verursachen einen riesigen Schwell an der Stadtpier, sodass die armen Boote hier überhaupt nicht mehr aus dem Rollen rauskommen. Nachdem wir den Ausdruck des Bluttests eineinhalb Stunden später in den Händen halten, laufen wir aufgeregt zur Praxis der Gynäkologin. Wir stehen direkt im Wartezimmer als wir das Haus betreten. Linker Hand ist eine Türe und da ich vorher keinen Termin bekommen habe, sondern nur zwischen 13:00 Uhr und 14:00 Uhr da sein sollte, klopfe ich drei mal an der Türe und mache sie auf. Ich stehe sofort im Behandlungsraum. Und da ist noch wer außer der Ärztin drin! Ich stammle nur ein „Signomi“ vor mich hin und mach schnell die Türe von außen wieder zu. Ooookeeee… alles ein bisschen anders als in Deutschland. Es gibt keine Rezeption, keine Sprechstundenhilfe, nur einen Raum, in dem man anscheinend wartet, bis die Tür auf geht und man eintreten kann. Muss man halt auch alles erst mal wissen! Ein paar Minuten später wird die Tür aufgemacht und wir dürfen rein. Die Dame bestätigt das in mir in endokriner Sack heranwächst und das sich da was eingenistet hat, gibt Tipps, schaut auf die Testergebnisse und sagt, ich sei in der 5. Woche.

Nach einer Stunde Behandlung und Fragestunde auf Englisch strecke ich ihr meine Krankenkassenkarte entgegen und sie packt diese wie selbstverständlich ins Kreditkartenlesegerät!

Mit der Krankenkassenkarte kommen wir hier nicht weit! Ich nehme sie wieder an mich und zahle in Bar. Die Dame ist unglaublich nett und sagt ich solle ihr auf alle Fälle die Testergebnisse des nächsten Bluttests in ein paar Tagen weiterleiten und sie anrufen. Wir verabschieden uns, fahren ein bisschen mit dem Mietwagen durch die Gegend und landen im Norden der Insel in einem Restaurant mit phantastischem Ausblick!
Vollgefuttert können wir auch einkaufen ohne den kompletten Laden leer zu räumen und fahren zurück zu ELMO.
Jetzt ist der Moment, an dem wir unsere Eltern einweihen wollen. Wir heucheln vor, dass wir die Video-Konferenz-Funktion von WhatsApp testen wollen und halten mitten im Gespräch die Schwangerschaftstests vor die Linse. Die Freude ist riesig aber für die nächsten Monate müssen auch sie noch Stillschweigen bewahren.

Ein kleiner Maikäfer auf Kythnos. Hab schon ewig keinen mehr gesehen!

Beim Blut abzapfen.

In Ermoupoli gibt’s schöne Streetart.

Und wer genau hinschaut, sieht im Hafenbecken von Finikas eine Unterwasserschnecke.

Armer Seestern, ganz porös!

 

Schöne Wandbemalung an einem Restaurant im Norden der Insel.

Essen mit Ausblick.

Mal wieder viele Stufen ;).

Ermoupoli – die Hauptstadt der Kykladen.

Leider rottet hier alles vor sich hin. Die Marina ist echt nicht schlecht gewesen, doch wenn es niemand instand hält, sieht‘s halt irgendwann so aus.

Hallo Omas, hallo Opas – Matthias hat im richtigen Moment ein Bildschirmfoto gemacht!

Die schönste Abzocke auf der ganzen welt – Mykonos! 

Vor klein Venedig auf Mykonos geht die Sonne unter und wir ergattern einen der kleinen drei Sandflecken vor der Stadt. Pole Position! Wir haben die Windmühlen, das Markenzeichen der Insel im Blick und schauen uns das phantastische Himmelsspektakel vor Little Venice und den Windmühlen an. Die Bucht füllt sich, auch wenn Wind vorhergesagt ist, ankern viele auf Seegras. Uns wird das alles ein wenig eng und wir verholen uns in eine Bucht mit viel Sand südlich von Mykonos Stadt. Am nächsten Morgen bringen wir einen Haufen Wäsche zum Waschsalon, mieten einen Roller und machen uns auf Richtung Labor um herauszufinden, ob sich die Konzentration des Schwangerschaftshormons in meinem Blut verdoppelt hat. Den Kreuzfahrerzuschlag bekommen wir auch auf den Bluttest aufgeschlagen und bezahlen hier das dreifache wie in Syros. Nach einer kleinen Rollerrundtour über die Insel und eine kleine Touritour durch die Stadt, knurrt der Magen. Dieses Mal soll es was anderes als Gyros sein. Libanesisch. Auf der Karte gibt’s Schawarma – Matthias freut sich ein Loch in den Bauch und bestellt. Für mich gibt’s ein halbes Hühnchen vom Grill, ich freu mich riesig auf die Kruste. Das empfohlene Bier schmeckt schon mal nach Spülwasser, gesteht Matthias und als das Essen kommt, werden wir leider bitter enttäuscht. Das Hühnchen ist komplett schwarz verkohlt, das Schawarma ein liebloser Lappen. Der Besitzer des Restaurants, der die ganze Zeit rauchend vor der Türe sitzt und seine Bediensteten kommandiert fragt, ob’s schmeckt. Ich entgegne ihm, dass mein Hähnchen verkohlt ist und ich mich eigentlich auf die Kruste gefreut hätte. Er sagt nur, dass das so sein muss, sonst wäre es nicht durch und das wär völlig normal, das könnte man mitessen, wäre nur Kohle, würde man hier so tun. Ich biete ihm ein Stück von der verkohlten Haut an und frage, ob er das jetzt mal probieren könnte, er lehnt ab… Aus gutem Grund! Das was noch essbar ist, putzen wir weg und gehen ziemlich enttäuscht zum Boot.

Das war definitiv das beschissenste Essen, das wir seit 2 Jahren unterwegs serviert bekommen haben. 

Zurück an Bord entdecken wir einen riesigen Fisch, der im Wasser umherkreist. Eine Rückenflosse und eine Schwanzflosse wie ein Hai, oder ein Schwertfisch? – Wir können es nicht ausmachen, dafür ist er zu weit weg. Verrücktes Gefühl!

Zum Glück duftet die Wäsche als wir sie abholen und beim Rollerverleih hat uns auch keiner abgezogen, allerdings bleibt Mykonos in unseren Hirnrinden als die schönste Abzocke unserer Reise eingraviert.

Das Panagia Tourliani Kloster ist unser erster Stop auf der kleinen Rolltertour über Mykonos.

Die Windmühlen, das Wahrzeichen.

Klein Venedig

Matthias übt seine Modelskills

Mykonos kann auch trashig

Voll happy… …NICHT!

Auf unserer Rollertour muss ich ein paar mal absteigen und den Berg hoch laufen, der Roller geht bei unseren Fliegengewichten doch schon sehr in die Knie… …zur Verteidigung – da gibt’s aber auch ganz schön viele steile Berge!

In einer Strandbar fällt uns die Kinnlade auf den Boden! 17 Euro für 2 Getränke und ein Stück Kuchen!

Zwangsurlaub auf Paros 

Die Insel Delos schauen wir uns nur von Bord aus an. Dort darf man nicht über Nacht ankern und bei dem Wind, der gerade vorherrscht, wollen wir ELMO nicht alleine lassen, also geht es weiter nach Paros. Wir treffen auf Elke mit Johannes und die Doktors (ein älteres Ehepaar auf einer adretten Amel), die wir beide schon in Mykonos und in Finikas erspäht haben. Mit Elke und Johannes von der Lys Blanc verbringen wir einen wunderschönen Nachmittag mit lecker Essen und guten Gesprächen vor Anker, jedoch merke ich immer wieder, wie sich mein Körper nach Schlaf verzehrt und mir zwischendurch ganz schön übel wird. So richtig Lust auf soziale Kontakte habe ich deswegen nicht. Matthias fühlt sich sichtlich wohl und kann sogar mit Hilfe der Doktors unser Achterlicht reparieren.

Biggi kommt mit Mann und Boot Victoria in die Bucht, sie verfolgen wir schon seit einiger Zeit über Instagram, haben sie aber persönlich vorher noch nicht getroffen. Es bleibt beim „Hallo“ und ein paar Sätzen, denn so richtig sozialkompatibel bin ich gerade nicht.

Elke und Johannes haben es voll drauf! Wasserski mit Paddleboard.

Finde die Kabel, die zum Achterlicht führen.

Die Doktors haben es raus! Nach kurzer Zeit ist das Ankerlicht mit dem Lötkolben gefixt.

Ein kleiner Bläuling auf dem Spaziergang.

Verrückte Felsformationen und unglaublich sanft geschliffen.

Verschnaufen in einer Strandbar. Im Schatten fühle ich mich am wohlsten.

So viele verrückte farben und das ganz ohne drogen! – ein sonnenuntergang der uns umhaut. 

Nach ein paar Tage vor Anker verlegen wir uns an die Mole in die Stadt. Wir haben Zwangsurlaub. Mache ich den Kühlschrank auf, muss ich hart an mich halten, nicht meinen ganzen Mageninhalt in den Toploader zu entleeren. Kaffee trinken am Morgen geht nicht mehr, ich habe einen riesigen Ekel, wenn ich nur daran denke, dass braune Koffeingold zu schlucken. Einkaufen im Supermarkt wird zur Tortour, da so viele Gerüche durch die Gänge wabern, sodass ich häufiger würgen muss und von den Leuten um mich rum seltsam angeguckt werde. Manchmal geht ein Tee mit Ingwer aber hauptsächlich geht stilles Wasser und Butterkekse. Matthias macht alle Dinge, die wir vorher gemeinsam gemacht haben, nun alleine. Dafür schwitzt er jetzt doppelt so viel. Naoussa ist eine wunderschöne kleine Stadt mit vielen tollen Ecken. Alles ist liebevoll hergerichtet ohne zu aufdringlich zu sein.

Wir sitzen sprachlos auf den Felsen und erleben den schönsten Sonnenuntergang, den wir bisher gesehen haben, nachdem ich mich aufgerafft und Matthias zu einem Spaziergang überredet habe.

Beginnt der Morgen so, wird der Tag richtig mies!

Butterkeks und Pütz.

Roher Fisch? – Nicht für uns!

So viele Kai-Günthers! Mein Herz schreit!

Die Blumen fühlen sich an wie Papier! Stehen hier überall auf den Felsen rum. Wunderschön!

In einem Bergdorf

The epic split auf Griechisch. Ich nenne die Katze van Damme!

Neeeeeein! Da hängt der Tentakelbuddy!

Matthias übt weiter für seine Insta-Karriere!

Der kleine Bastard hat uns doch tatsächlich um halb 6 aus der Kiste gepfiffen! Aber wenn man ehrlich ist, echt schön oder?!

Byebye Naoussa – war schön!

Apollon Tempel 165 und die Suche nach den Herztönen.

Nach 1,5 Wochen auf Paros ziehen wir weiter nach Naxos. Schon bei der Ansteuerung auf Naxos sehen wir die Reste des Apollon Tempels. Die Griechen müssen Apollon echt arg gemocht haben, denn es wurden so viele Tempel für ihn errichtet, sodass man schon fast den Überblick verliert. Ein Termin beim Gynäkologen steht an, jetzt sollte man die Herztöne hören können. Dieses Mal wollen wir das griechische Gesundheitssystem testen und haben überlegt ins Krankenhaus zu gehen, nachdem wir festgestellt haben, dass fast alle Ärzte mit Praxen private Ärzte sind. Vielleicht nimmt man im Krankenhaus ja sogar die Versichertenkarte – wer weiß! Wir ignorieren Rod Heikells Meinung (Rod Heikell hat ganz viele Pilotbücher für Segler geschrieben und empfiehlt nicht in dieser Bucht zu ankern, dort wäre Seegras und Fels) und lassen unseren Anker auf Sand im Norden der Stadt fallen. Eine Morgendusche im glasklaren, noch recht kaltem Wasser, das Dinghy zu Wasser lassen und los geht’s. Auf dem Weg zum Krankenhaus lernen wir Kristina und Matt von der YOTTIE kennen, die ihren Außenborder durch die halbe Stadt getragen haben. Sie schwabbeln im Nordwesten der Insel und wollen sich jetzt umlegen zu uns in die Bucht, nachdem sie gehört haben, dass es dort ruhiger zugeht. Im Krankenhaus angekommen lernen wir, wie ebendies auf Griechisch funktioniert. Man steht nicht in Reihe, bis man dran ist, man drängelt vor, ruft rein, wedelt mit Ausdrucken und rückt sich auf die Pelle. Der Mann hinter der Anmeldung muss auf alle fälle ein Multitaskingtalent sein. Mit deutscher Diskretion schaffen wir es dann doch irgendwann, unser Anliegen loszuwerden. Wieder quatschen alle möglichen Menschen dazwischen, kommen neu hinzu plärren von hinten nach vorne. Der Mann hinter der Information verschwindet und kommt nicht wieder. Irgendwann dreht sich sein Kollege zu uns und fragt uns was wir brauchen. Wieder beten wir alles runter. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen von all dem Gewusel, beantwortet auch noch die Schreie aus der letzten Reihe, nimmt meine Krankenversicherungskarte und macht eine Kopie. Keine Minute später drückt er mir einen Ausdruck in die Hand, den ich definitiv mit meinen 6 Griechischstunden vom Winter nicht entziffern kann, in die Hand und sagt „Gang runter zweite Tür links!“. Das machen wir! Und da sollten wir, laut all den Bildern von schwangeren Frauen und Babys, wohl richtig sein – im Wartebereich der Gynäkologie. Hier warten ein Haufen Frauen aller Altersklassen. Keine Männer. Matthias ist der Einzige seiner Spezies. Nach einer Ewigkeit warten kommen immer mal wieder neue Menschen und gehen direkt durch die Türe am Ende des Ganges. Es kommen auch Menschen aus der Türe raus, aber alle anderen sitzen auf ihren Stühlen und warten. So auch wir.

Plötzlich stehen alle auf und verschwinden. Ich schaffe es gerade noch zwei Damen den Zettel unter die Nase zu halten und versuche mich auf Englisch und ein ganz kleines bisschen Griechisch zu verständigen. Die Damen sprechen kein Englisch, holen aber den Mister Gynäkologiko. Ein Riese von über zwei Metern Höhe, aber ganz nett und ruhig.

I can’t find A heartbeat – Gefühlte 10 stunden später – Ah, I have a heartbeat! Aufregung, die man echt nicht braucht! 

Der Frauenarzt findet dann auch nach anfänglichen Schwierigkeiten und Minuten, die sich nach Stunden anfühlen, einen Herzschlag. Wir sind unglaublich happy und ein paar Tränchen laufen vor Erleichterung dann doch über die Wangen. Ich bekomme Tipps und werde mit den Worten „excellent pregnancy“ beruhigt. Ins Wasser soll ich die nächsten Wochen nicht gehen, das wäre zu kalt auf den Kykladen. Als der Arzt hört, dass wir seit fast 2 Jahren unterwegs sind und das Meer unsere Dusche ist, die wir seit April jeden Tag nutzen, hat er nichts mehr gegen das Schwimmen. Mit dem stark gewürzten Essen soll ich aufpassen, ansonsten alles gut, bestätigt er nochmal. Für den großen Bluttest wird uns noch ein Mikrobiologiko empfohlen, welches wir auch sofort ansteuern. Bezahlen müssen wir nichts.

Im Mikrobiologiko, ein paar Straßen weiter, wird mir zum x-ten Mal Blut abgezapft und ich frage mich ob das jetzt zum Alltag dazu gehört.

Als wir wieder auf ELMO ankommen, schwabbelt es dann doch ganz schön in der Bucht, wir fahren nach Paros in der Hoffnung auf eine schwabbelfreie Nacht. Über Iraklia landen wir irgendwann auf den kleinen Kykladen. Genießen in Ano Koufunisia einen Hafen, in dem man seinen Anker auf Sand sehen und schwimmen kann, weil das Wasser so unglaublich sauber ist. Bestaunen riesige Fähren, die auf der vergleichsweise kleinen Insel fest machen und schlendern durch die süßen Gässchen.

Auf Kato Koufunisia wettern wir in einer Naturbucht den ersten Meltemi des Jahres ab, gehen schnorcheln, entdecken unglaublich viele Seesterne am Meeresgrund, haben einen kompletten Strand für uns alleine und haben Respekt vor der Kraft mit der der Meltemi uns den Wind ins Gesicht bläst.

Um die Burger zu testen, die das einzige Burgerrestaurant der kleinen Kykladen serviert, lassen wir den Anker dann doch noch mal auf Ano Koufunisia fallen. Das Guacamole hat erst gestern Eröffnung gefeiert und wir sind die ersten Gäste nebst Freunden und Inselbewohnern. Es schmeckt fantastisch und wir sind fast am meisten von den Fritten begeistert, die seit Jahren die ersten richtig knusprigen Fritten sind, die wir futtern.

Dekadent futtern auf den kleinen Kykladen. Das Guacamole auf Koufunissia ist der Wahnsinn!

Bei Meltemi braucht man nur die Genua!

vom Duschen im Hafenbecken, einer verrückten landschaft auf Milos und einem gesunkenen Schatz auf serifos 

Als wir auf Schinoussa in die kleine Bucht mit Hafen fahren, bleibt uns fast die Spucke weg. Überall kann man bis auf den Grund gucken. 1000 Fische schwimmen unter ELMOs Kiel, das Wasser ist glasklar! Den Anker können wir nach unserem römisch-katholisch Anlegemanöver abtauchen und eine Dusche im Hafenbecken genießen. Das haben wir, bis auf hier, noch nie erlebt! Matthias koptert ein wenig mit der Drohne rum, bevor wir uns zum Essen ins Bergdörfchen auf machen. Hier läuft alles in Slow Motion. Es ist nicht viel Betrieb, aber viele Leute sitzen bei Kerzenlicht gemütlich zusammen auf der Straße. Wir verlaufen uns und stehen im Schulgarten, in dem unzählige unterschiedliche Kräuter angepflanzt wurden. Kleine Tante-Emma-Lädchen haben alles, was man zum Leben braucht in kleine Holzregale trappiert. Eine ganz wundervolle Stimmung hier! Das lokale Gericht und der Salat, die wir uns im Restaurant Deli teilen, schmeckt hervorragend und wir wanken mit vollgefutterten Wampen wieder auf steinigem Pfad runter zu ELMO in den Hafen.

Zwei Tage später vergeht mir die Lust auf Einkaufen und aufproviantieren auf Sifnos.

Mit schnellen Schritten läuft eine Kakerlake über meine Füße, direkte Ansteuerung auf die offene Brottheke, aus der Matthias vor 2 Sekunden ein Brot gefischt hat. 

Ich verlange von Matthias sofortige Rückgabe des Brotes an den Kakerlakenladen und verlasse auf direktem Weg den Laden. Matthias ist überrumpelt und muss erst mal damit klar kommen, kein frisches Brot zum Frühstück zu haben. Da auch der Ankerplatz nicht unbedingt das gelbe vom Ei ist und uns so langsam die braunen Hügel der Kykladen auf die Nerven gehen, setzen wir den Kurs auf Milos. Die Insel Milos lockt mit einer wahnsinnigen Landschaft, tollen Klippen und einer geschützten Bucht im Inneren eines uralten Vulkankraters. Das es ein besonderer Fleck Erde ist, können wir schon vom Wasser aus erkennen.

Wir mieten ein Quad und tuckern mit lautem Motor über die Insel. So langsam wird klar – die Sonne kann ich nicht mehr so gut vertragen. Sie brennt auf der Haut und in den Augen. Eine Kappe zu tragen wird zur Pflicht und eine Sonnenbrille ist ebenfalls unabdingbar. Im Supermarkt eskalieren wir völlig und tragen nicht nur die 8kg Melone zurück auf’s Schiff.

Von Kristina haben wir erfahren, dass auch sie gerade auf Milos sind und in einer Bucht ankern, wir fahren mit dem Vierrad dort hin und verbringen einen wundervollen Nachmittag mit der Crew von YOTTIE in einer Strandbar mit frisch gezapftem Bier für Kristina und Matt, antialkoholischem für uns und unzähligen Toilettengängen meinerseits (die ich den beiden gegenüber überhaupt nicht erst versuche zu erklären). Milos ist phantastisch, wunderschön und eine Reise auf alle Fälle wert!

Auf Serifos springen wir mal wieder in klarstes Wasser und entdecken nebst richtig alten Stockankern, 100 Peso. Matthias taucht den Schatz aus 7 Meter tiefe hoch und wir googeln wieviel er wert ist – 4 € irgendwas… hm… damit können wir noch nicht mal ELMOs Winterliegeplatz bezahlen ;).

Über Kythnos, wo wir noch mal auf Magpie, Jamie und Meep von der Hamble Warrior treffen und einen wunderbaren Abend mit ihnen bei einer Angrillung verbringen, setzen wir die Segel Richtung Kea um noch mal ausgiebig zu schnorcheln, bevor wir uns wieder ans Festland und damit auch nach Athen machen.

Die Hambles kommen!

Meep und Matthias

Etwas verkohlt… Jamies Grill ist schon echt ganz schön feurig!

Ein umgedrehtes Herz, der Hafen in Schinoussa.

Verrückte Felsformationen vor Milos.

Der Vulkankrater, voll mit Wasser.

Im Norden der Insel liegt Sarakiniko, der Strand mit weißen Klippen.

Schaut fast aus wie eine Mondlandschaft.

Auf der Suche nach Schatten.

Eskalation beim Melonenkauf.

Fast rum unsere Reise und mittlerweile haben wir alles an Bord personalisiert, sogar den Begrüßungsbildschirm des Plotters.

Unerwartete Begegnungen in piräus – dem kochtopf von Athen

Die Temperaturen klettern auf unangenehme 40 Grad. Ich liege mit nassen Küchentücher auf dem Körper und 4 Ventilatoren im Vorschiff und verfluche Athen. Jeder noch so kleine Geruch treibt mir sofort den Mageninhalt nach oben, doch mich übergeben kann ich nicht. Wir haben in der Marina Zea einen Liegeplatz für die nächsten Tage gemietet damit ELMO sicher ist, wenn wir zur Nackentranzparenzmessung fahren. Susanne kommt vorbei und schläft eine Nacht bei uns, da sie am nächsten Tag von Athen aus nach Korfu fliegt um ihre Chartercrew und das zu Hause für die nächste Woche in Empfang nimmt. Als wir im Cockpit sitzen springt Matthias plötzlich mit einem Freudenschrei auf. Die Ocean Wolf mit Pieta, Su und Rick fährt an uns vorbei. Was für ein lustiger Zufall! Am Abend sitzen wir alle auf ELMO, quatschen und freuen uns, dass wir uns alle  zufällig wiedersehen. Im Taxi auf dem Weg zur Ultraschallexpertin bin ich mal wieder viertel vor Überlaufen, da mich der Geruch des Taxifahrers stresst. Zum Glück hat sein Auto eine Klimaanlage, die maximal gut tut. Reimender an mich selbst – das nächste Mal auf alle Fälle eine Frischhaltetüte für unvorhersehbare Situationen einpacken! 

Wir zelebrieren auch die Klimaanlage im Wartezimmer der Pränataldiagnostikerin, da macht es fast nichts, dass wir zwei Stunden dort hocken müssen, bevor wir unser Baby winkend und hüpfend auf dem riesigen Bildschirm vor uns sehen. Doch wir werden ohne tolle Bilder und Antwort auf die Untersuchung nach Hause geschickt! 3mm machen einen riesigen Unterschied sagt die Ärztin. Das Baby ist noch zu klein! Wir sollen nächste Woche wiederkommen. Mein Blut kann ich aber da lassen, denn dann funktioniert das alles nächste Woche schneller sagt sie. Etwas betröppelt aber trotzdem überglücklich, dieses kleine Wesen in mir gesehen zu haben, sitzen wir in einem nach abgestandenem Zigarettenrauch riechenden Taxi zurück in die Marina. Wir sind uns einig, eine ganze Woche im Umkreis von Athen wollen wir nicht bleiben. Wir möchten durch den Kanal von Korinth weiter nach Galaxidi und von dort aus noch mal eine Woche später zur Nackentranzparenzmessung nach Athen düsen. ELMO hat die Rennschläppchen an und will in bekannte Gefilde zurück.

Rick, Pieta, Matthias und Su

Matthias hat ’n Daumen für Daisy über ;).

Projekt #1 – Eine neue Flagge für Elmo!

Projekt #2 – Ein neuer Duschschlauch

Projekt #3 – Gasregulator reparieren bzw. ersetzen!

Ganz schön viel Wind in den Segeln!

Byebye Athen du krasse Stadt!

Kurz vor dem Kanal von Korinth

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